Warum veredeln:

Sämlinge, also die mittels generativer Vermehrung (aus Samen) entstandene Pflanzen, unterscheiden sich fast immer in ihren Merkmalen von denen der Elternpflanzen. Besonders bei Obstbäumen, die meist (mit Ausnahmen, z. B. Pfirsich) auf eine Fremdbestäubung angewiesen sind, ist die Erhaltung der Eigenschaften durch eine Generative Vermehrung nicht möglich.
Jedoch findet auch bei Selbstbestäubung eine Rekombination des Erbgutes statt und die Sämlinge sind, selbst wenn sie fast identisch zu sein scheinen, nicht in allen Merkmalen mit der Elternpflanze identisch.

Die Veredelung (oder auch jegliche andere Art der vegetativen Vermehrung) erlaubt jedoch den Erhalt der Ursorte als Klon. Alle veredelten Bäume der gleichen Sorte sind also genetisch identisch, wodurch Sorten über sehr lange Zeit erhalten werden können.

Warum Obstbäume veredeln und nicht auf andere Art vegetativ vermehren:

Weitere Gründe für eine Veredelung sind zum Beispiel:

  • eine Inkompatibilität des Wurzelsystems des Edelreises mit dem geplanten Pflanzort, z. B.:
    • kalkunverträglich,
    • verträgt keine Staunässe
  • eine Krankheitsanfälligkeit der sorteneigenen Wurzeln, gegen  z. B.:
    • Bodenpilzen
    • Nematoden
    • Läuse (z. B. die Reblaus bei Weinreben)
  • ein ungeeignetes Wurzelsystem des Edelreises z. B.:
    • zu schwache Wurzeln: bessere Versorgung der Edelsorte durch die Veredlung auf eine passende Unterlage
    •  Beeinflussung der Wuchsstärke,  schwachwüchsige bzw. starkwüchsige Formen je nach Bedarf
  • die Erzeugung von Zierformen, z. B.:  Hänge-, Korkenzieher, und Kugelformen auf einem Hochstamm

Verschiedene Veredlungsmethoden sind:

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