Unterlagen für Birnen (Pyrus communis L.)

Die üblichen Birnenunterlagen sind hier ungefähr von starkwüchsig (für große und langlebige Bäume) bis schwachwüchsig (für kleine ertragreiche Bäume) aufgeführt.
Achtung! Viele, vor allem ältere Birnensorten sind nicht mit den schwachwüchsigen Quitten als Unterlage kompatibel. Diese benötigen eine Zwischenveredlung mit einer kompatiblen Birnensort, z.B. Gellerts Butterbirne.

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  • Starker Wuchs:
    • Sämling
      • inhomogene Wuchseigenschaften wegen der generativen Vermehrung
      • meist starker Wuchs
      • anpassungfähig an alle Bodentypen
      • meist gute Frostresitenz
    • Sämling der Sorte Kirchensaller Mostbirne
      • homogene Wuchseigenschaften trotz generativer Vermehrung
      • sehr starker Wuchs
      • alle Böden
      • gute Verankerung
      • gute Frostresistenz
    • Sämling der Sorte Bartlett
      • mittelstarker bis starker Wuchs
      • alle Böden
      • gute Verankerung
      • verbreitete Unterlage in Nordamerika
  • Mittlerer Wuchs:
    • Pyrodwarf
      • mittelstarker Wuchs
      • kalktolerant
      • frostresistent
    • OHF serie
      • mehrere Selektionen
      • mittlerer bis schwacher Wuchs
      • erhöhte Produktivität
      • wenig Wurzelausläufer
      • gute Frostresistenz
  • Schwacher Wuchs:
    • Quitte BA29 (Provencequitte)
      • nicht mit allen Birnensorten kompatibel, eventuell Zwischenveredlung nötig
      • schwacher Wuchs
      • verfrühter Produktionseintritt
      • erhöhte Produktivität
      • kalktoleranteste Quittenunterlage
      • resistent gegen Mehltau, Nematoden und Wurzelkropf
      • Selektion der INRA (Frankreich)
    • Quitte A (Quitte aus Angers)
      • nicht mit allen Birnensorten kompatibel, eventuell Zwischenveredlung nötig
      • schwacher Wuchs, aber stärker als Quitte C
      • verfrühter Produktionseintritt
      • verbessert Fruchtgröße und -geschmack
      • frostempfindlicher als Birnensämlinge, aber resistenter als Quitte C
      • empfindlich gegen Staunässe und Trockenheit
      • anfällig für Chlorose in stark kalkhaltigen Böden
      • resistent gegen Mehltau und Nematoden und Wurzelkropf
    • Quitte Adams
      • Selektion aus der Quitte aus Angers durch Adams in Belgien 1965
      • Wuchsstärke zwischen Quitte A und Quitte C
      • verfrühter Produktionseintritt
      • verbessert Fruchtgröße und -geschmack
      • Ertragsleistung und Fruchtgröße ist meistbesser als bei den anderen Quittenunterlagen
      • frostempfindlicher als Birnensämlinge, aber resistenter als Quitte C
      • anfällig für Chlorose in stark kalkhaltigen Böden
      • resistent gegen Mehltau und Nematoden und Wurzelkropf
    • Quitte C
      • nicht mit allen Birnensorten kompatibel, eventuell Zwischenveredlung nötig
      • sehr schwacher Wuchs, geeignet für Kübelkultur
      • verfrühter Produktionseintritt, noch früher als Quitte A
      • verbessert Fruchtgröße und -geschmack
      • frostempfindlich
      • empfindlich gegen Staunässe und Trockenheit
      • anfällig für Chlorose in stark kalkhaltigen Böden
      • resistent gegen Mehltau, Nematoden und Wurzelkropf
  • selten verwendete Unterlagen:
    • Weißdorn (Crataegus monogyna, Crataegus oxyacantha)
      • sehr schwacher Wuchs
      • Kompatibilitätsprobleme, siehe Quitten
      • gerine Lebenserwartung
    • Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
      • mittelstarker Wuchs
      • Kompatibilitätsprobleme, siehe Quitten
    • Schneebirne (Pyrus nivalis)
    • Pyrus calleryana

Veredlungen auf Weißdorn oder Vogelbeere sind unüblich und risikoreich, vor allem wegen eventueller Unverträglichkeit, die sich auch erst nach Jahren zeigen kann.

2 Comments

  • Thomas

    Reply Reply 21. Juli 2020

    Ich werde versuchen eine japanische zierquitte als Unterlage zu nutzen, da ich derzeit nichts anderes passendes da habe.
    Sofern ich es nicht vergesse werde ich meinen Erfahrungsbericht hier einfügen.

    • Johannes

      Reply Reply 21. Juli 2020

      Eine Rückmeldung würde uns sehr freuen!

      Die Kombination ist sicherlich unorthodox, aber sie könnte funktionieren. Laut dem Buch Wildobst und seltene Obstarten im Hausgarten können japanische Zierquitten auf Birnen veredelt werden, da kann auch die andere Richtung funktionieren.

      Ob die Kombination langfristig funktioniert, ist allerdings nicht sicher, japanische Zierquitten bleiben doch recht dünn und da wird es dann doch irgendwann zu statischen Problemen kommen.

      Trotzdem, viel Erfolg und wir freuen uns über jede Rückmeldung.

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