Feigensteckhölzer

Eine einfache und sichere Methode um Feigen (Ficus carica L.) zu vermehren

Obwohl Feigen auch veredelt werden können, macht die Vermehrung von Feigen durch Veredlung eigentlich keinen Sinn, weil Feigen sehr leicht durch Steckhölzer vermehrt werden können. Außerdem sind Feigen relativ frostempfindlich und frieren in Mitteleuropa in strengeren Wintern auch bis zum Boden zurück, treiben aber aus den Wurzeln wieder aus. Bei einer veredelten Feige würde darum nur die Unterlage wieder austreiben, die veredelte Sorte wäre verloren. Im Anschluss stelle ich eine sehr einfache Methode vor, Feigen durch Steckhölzer zu vermehren.

In der Vegetationsruhe im Winter werden von möglichst dicken und kräftigen Neutrieben Steckhölzer geschnitten. Diese sollten etwa 15-30 cm lang sein und mindestens 3 Knospen bzw. Blattansatzstellen haben. Lange Triebe können auch in mehrere Stücke unterteilt werden. Diese Steckhölzer werden nun zu ca. zwei Dritteln in lockeres, gut belüftetes Substrat, zum Beispiel eine 1:1 Mischung aus Kokoserde und Perlit oder Sand, gesteckt. Nach dem Stecken werden die Steckhölzer bei 10-20°C hell aufgestellt. Ideal ist Wärme von unten, die die Wurzelbildung anregt und eher etwas kühlere Lufttemperatur, damit der Laubaustrieb verzögert wird, bis sich die Wurzeln entwickelt haben. Warm aufgestellt, ist es gut, den Steckhölzern einen Verdunstungsschutz durch Folie oder übergestellte Plastikflaschen ohne Boden zu geben, vor allem wenn die Blätter vor den Wurzeln austreiben. Je nach Sorte und Temperatur entwickeln sich die ersten Wurzeln nach etwa 2-8 Wochen, auch oberirdisch treibt das Steckholz in diesem Zeitraum normalerweise aus. Der Verdunstungsschutz kann, nachdem sich die Wurzeln gut entwickelt haben, nach und nach entfernt werden.

Am besten werden die kleinen Feigen ab Mitte Mai draußen abgehärtet und die ersten 1-3 Jahre in Töpfen gehalten, die geschützt vor starken Frösten überwintert werden. Danach können winterfrostfestere Sorten wie z.B. Ronde de Bordeaux, Brown Turkey, Pfälzer Fruchtfeige oder Pastilière an einem sonnigen, geschützten Standort ausgepflanzt werden. Empfindlichere Sorten werden in Mitteleuropa besser im Kübel oder Wintergarten gehalten. Mehr Infos zu Feigen gibt es im neuen Buch von Christoph Seiler mit Beschreibung von 30 Sorten für mitteleuropäisches Klima. Sehr viele Informationen zu Feigen gibt es auf französisch auch auf der Seite der Feigenbaumschule Baud.

Bilder werden demnächst ergänzt.

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